HTV Hemer unterliegt den Dragons im MK-Derby

Oberligist ärgert den Drittligisten aus Schalksmühle-Halver 20 Minuten lang, beißt sich dann aber an der Abwehr fest

Hemer 20 Minuten lang hat es am Mittwochabend im Grohe-Forum ausgesehen, als könne Oberligist HTV Hemer dem Drittligisten SG Schalksmühle-Halver im MK-Derby auf Augenhöhe begegnen. Dann aber spielte die klassenhöhere Mannschaft ihre größere Erfahrung gegenüber dem jungen HTV-Team aus.

HTV Hemer – SG Schalksmühle-Halver 17:28 (7:13). 

Mit einer 5:1-Deckung mit Jonas Brieden oder Tim Ostermann auf der Spitze schickte HTV-Coach Pedro Alvarez seine Mannschaft ins Spiel. Und mit dieser taktischen Variante und einem hinter dem Defensivverbund glänzend aufgelegten Torwart Marco Juracik foppten die Gastgeber den Drittligisten in der Anfangsphase gewaltig. „Der Start der Mannschaft war klasse, wir waren richtig gut drin“, sagte Alvarez zum engagierten Auftakt seiner Mannschaft, die zunächst sogar in Führung lag (2:1/4.) und nach einem Zwei-Tore-Rückstand (3:5/10.) auch wieder ins Spiel zurückfand – und das über ein schönes Kombinationsspiel im Angriff.

„Wir haben uns schwer getan und mussten erst die Abstimmung in der Defensive finden, als der Mittelblock funktionierte, haben wir nicht mehr viel zugelassen“, analysierte SGSH-Coach Mark Schmetz. Mit starken Blocks und einer hohen Antizipationsfähigkeit eroberte der Drittligist nun die Bälle, blieb zehn Minuten ohne Gegentor und kam in schnelle Gegenstoßbewegungen. Die schönste des Spiels schloss Tobias Schetters zum 13:6 (29.) aus Gästesicht ab, nachdem der ehemalige HTV-Spieler Moritz Frenzel von Außen uneigennützig quergelegt hatte. „Tobi steht einfach besser, da ist doch selbstverständlich, dass der Ball an ihn geht“, sagte der Linkshänder — bei der SGSH der beste Torschütze des Tages – zu seiner Bilderbuch-Vorlage.

Nach dem Seitenwechsel praktizierte der Drittligist, der im ersten Abschnitt eine kompakte 6:0-Deckung aufbot, eine 5:1-Variante mit Jan König als Abfangjäger. „Wir haben da zu wenig Offensivkraft aufgebracht und viele individuelle Ballverluste gehabt und so einfache Tore kassiert“, bemerkte HTV-Coach Alvarez. Aufgrund dieser verkorksten Anfangsphase in der zweiten Hälfte geriet der HTV auch in einen zweistelligen Rückstand (10:22/42.).

Verkorkste Startphase in der zweiten Hälfte

Gegen die nun drohende Abfuhr stemmte sich das HTV-Team nun aber und konnte die Schlussphase wieder etwas ausgeglichener gestalten.
Der HTV minimierte die Fehlerquote im Passspiel und fand nun gelegentlich spielerische Wege, um die SGSH-Deckung ein ums andere Mal gekonnt auszuspielen – wie zum Beispiel bei den Treffern von Jannis Spiekermann, Tim Luzyna oder Jonas Brieden.
In einem von beiden Seiten fair geführten MK-Derby verhängte Schiedsrichter Rainer Duwenhögger nur eine Zeitstrafe in der Schlussphase an den SGSH-Akteur König.

HTV Hemer: Jurakic, Bock; Schroth, Luzyna (2), Ilicsin, Voß, Ostermann, Sahlmann (2), Voigt (2), Spiekermann (1), Brieden (5), Frenzel (5/3), D. Wizy, Flügge SG Schalksmühle-Halver: Vukas, Hablowetz, Borchert; Klasmann (1), Merhar, Frenzel (6/1), Schetters (4), König (5), Hecker (4), Börner (4), A. Dragunski (3), Michel (1) 

Spielfilm: 2:1 (4.), 2:3 (5.), 6:6 (18.), 6:11 (23.), 9:18 (35.), 10:22 (42.), 13:23 (47.), 16:26 (57.) 
Schiedsrichter: Rainer Duwenhögger (Hemer) – Zuschauer: 80.

Pedro Alvarez (Trainer HTV Hemer): „Der Gegner hat höhere Qualität, das hat er gezeigt. Der Anfang war stark von uns, wir hatten eine gute Organisation, dann haben wir leider etwas nachgelassen. Allerdings sind wir als junge Mannschaft auch noch nicht so weit, um ein ganzes Spiel gegen einen solchen Gegner mitzuhalten.“

Mark Schmetz (Trainer SGSH): „Es war ein schöner Test für uns. Wir sind konzentriert geblieben und haben auch bei der deutlichen Führung nicht nachgelassen. Das war gut.“

Text: IKZ, Nico Schwarze
Foto: IKZ, Dennis Echtermann

ENERGISCH UND WURFSTARK: Jonas Brieden avancierte zum stärksten HTV-Torschützen gegen den Drittligisten.  Dennis Echtermann