Trainingsauftakt

Guter erster Eindruck vom neuen Umfeld

Dirk Niedergriese hat beim HTV Hemer die Nachfolge von Trainer Ivan Kavran angetreten

Dirk Niedergriese leitet seine erste Trainingseinheit der weiblichen A-Jugend des HTV Hemer. Sechs Spielerinnen hören auch als Teil des Verbandsligateams auf sein Kommando.                                              <b>Oliver Bergmann</b>
Dirk Niedergriese leitet seine erste Trainingseinheit der weiblichen A-Jugend des HTV Hemer. Sechs Spielerinnen hören auch als Teil des Verbandsligateams auf sein Kommando.  Oliver Bergmann

Oliver Bergmann

Hemer Die neue Zeitrechnung beim HTV Hemer ist schon angebrochen. Mitte Juni hat Dirk Niedergriese die Handball-Damen zur ersten Trainingseinheit gebeten, am Mittwochabend stellte er sich auch der weiblichen A-Jugend vor. Wie zuletzt laufen einige Spielerinnen für beide Teams auf und auch Niedergriese ist für beide verantwortlich – wie sein Vorgänger Ivan Kavran, der als Trainer des weiblichen Ausnahmeteams zwar erst 2019 einstieg, dann aber außergewöhnliche Erfolge feierte.

Zweimal ging es bis ins Achtelfinale um die Deutsche Meisterschaft und für die Damen bis in die Verbandsliga. In der Landesliga gab es zuletzt den verlustpunktfreien Durchmarsch – hinter vorgehaltener Hand wird der dem Team auch in der kommenden Saison zugetraut, aber davon möchte Niedergriese nichts wissen. „Unser Ziel ist es schon, so weit oben wie möglich mitzuspielen, aber wir müssen vorsichtig sein. Die Mannschaft ist jung und unerfahren. Man sollte also nicht meinen, dass es automatisch so weitergeht wie bisher.“

Niedergriese ist 47 Jahre jung, wie er bei seiner Vorstellung gegenüber den A-Jugendlichen betonte und zuletzt für die Drittliga-Damen des ASC Dortmund verantwortlich gewesen. Selbstverständlich ist es nicht, dass er vor diesem Hintergrund einem Fünftliga-Aufsteiger die Zusage gegeben hat. Tatsächlich war sein Plan ein ganz anderer. „Eigentlich wollte ich komplett aufhören. Ungefähr 15 Klubs habe ich deswegen auch abgesagt.“ Dass sein Weg letztendlich doch als Trainer ins Grohe-Forum führte, haben Marco Fritzsche und Oliver Landsiedel, die schon unter Kavran zum Trainerteam gehörten, zu verantworten. „Die sind an mich herangetreten und haben nicht locker gelassen. Sie haben ja recht – es ist sehr reizvoll, eine junge Mannschaft weiter zu fördern.“Zusätzlich trainiert Niedergriese auch noch eine Kreisauswahl

Niedergrieses Alternative wäre gewesen, häufiger die Spiele der Bundesliga-A-Jugend des TBV Lemgo zu verfolgen, in der sein Sohn spielt. Eine Tochter, die ebenfalls Handball spielt, macht die Familie komplett. Statt zu ruhen, wird also weiterhin Vollgas gegeben. Und als seien zwei Teams in Hemer nicht genug, hört auch noch eine Hagener Kreisauswahl auf sein Kommando. Wenn es mal einen Wochentag gibt, an dem Niedergriese nicht in irgendeiner Sporthalle ist, dann muss Sommerpause sein und der Hausmeister samt Schlüssel im Urlaub.

Dass der neue Trainer wieder für zwei Teams im Verein zuständig ist, hat nichts mit Zufall zu tun. Das bestätigt HTV-Jugendleiter Lars Heierhoff: „So etwas kann man sich wünschen, zum Glück hat es wieder geklappt. So haben wir eine Schnittstelle weniger. Und wir haben ja schon gute Erfahrungen mit diesem Modell gemacht.“ Eingeführt wurde es im Verein laut Heierhoff von Pedro Alvarez.Lobende Worte für die Arbeit seines Vorgängers Ivan Kavran

Erste Eindrücke hat Dirk Niedergriese schon gesammelt, und das sind nicht die schlechtesten. „Ivan hat sensationell gute Arbeit geleistet. Alle Spielerinnen sind top ausgebildet und motiviert. Jetzt möchte ich meine Erfahrung einbringen.“ Zum Vergleich: Ivan Kavran war gerade einmal 36 Jahre alt, als er Anfang April seinen Abschied aus Hemer öffentlich machte.

Für Niedergriese steht die Entwicklung der Spielerinnen eindeutig über dem sportlichen Erfolg. Im Idealfall geht beides miteinander einher. „Sportlicher Erfolg ist toll, aber noch schöner wäre es, wenn wir die Spielerinnen eines Tages in noch höheren Klassen sehen.“

Text u. Foto: IKZ, Oliver Bergmann