1.Herren: Die Formkurve zeigt nach oben
Zu einer intensiven Saisonvorbereitung gehören die Testspiele, doch sie lassen in aller Regel nur wenige Rückschlüsse zu, wie der Punktekampf anlaufen wird. Fünf Partien hat unsere erste Herrenmannschaft nun hinter sich. Sie offenbarten Licht und Schatten, gerade in den ersten Partien blieb noch viel Luft nach oben, während die beiden letzten Auftritte des Teams von Bosko Bjelanovic eine deutliche Steigerung erkennen ließen.
Zum Auftakt gab es das 24:25 (12:14) gegen den Oberligisten HSG Herdecke, in dem nur neun Feldspieler zur Verfügung standen, darunter der A-Jugendliche Linus Gerber. Der HTV lag zumeist knapp im Hintertreffen, und nach der letzten Führung (22:21, 54.) musste er die Partie noch aus der Hand geben.
Erfolgreicher verlief das Spiel gegen den Oberligisten HVE Villigst/Ergste. Beim 26:18 (13:8) stand bis auf Moritz Frenzel, Jonas Brieden und Ruben Selle, die in der ersten Testspielwochen noch nicht einsatzfähig waren, der gesamte Kader zur Verfügung. Und der hatte alles im Griff und setzte sich souverän durch.
Eng wurde es am Ende noch im Spiel gegen den klassentieferen ASV Senden. Denn beim 30:29 (17:13) hatte der HTV zwischenzeitlich schon deutlich geführt. Trainer Bosko Bjelanovic war zufrieden, dass 30 Treffer gelangen – auch dank einer in der ersten Hälfte ganz ordentlichen Wurfquote. Aber dem Angriffsspiel widmet man sich im Training erst seit einer Woche, so dass die Feinabstimmung noch ausbaufähig ist. In der Abwehr wurde mit einem 3-2-1-System experimentiert, das nach Ansicht des Trainers zumindest phasenweise gut klappte. Allerdings sahen seine Spieler in Eins-gegen-eins-Situationen einige Male nicht gut aus. Doch Defizite in diesen Tests muss man ihnen nachsehen. Schließlich wird zwischen den Spielen intensiv trainiert, so dass die Spritzigkeit zwangsläufig nicht wie gewohnt vorhanden ist.
Gegen den letztjährigen Ligarivalen HSG Gevelsberg, der sich den Wiederaufstieg zum Ziel gesetzt hat, gab es einen 33:31 (17:16)-Erfolg. Erstmals in der Testphase waren Jonas Brieden und Moritz Frenzel mit dabei, und der weitgehend komplette Kader wusste über weite Strecken zu überzeugen. In der zweiten Halbzeit wurde die 3-2-1-Abwehrformation probiert, die viel Laufarbeit erfordert. „Über 60 Minuten schaffen wir das noch nicht, aber wir arbeiten daran,“ meinte der Coach, der mit der Vorstellung seiner Mannschaft gegen einen starken Gegner durchaus zufrieden war. Das galt auch für den Sonntagstest gegen BTB Aachen aus der Regionalliga Nordrhein. Dieser war eigentlich über 3×30 Minuten angesetzt, aber unserer Mannschaft fehlten etliche Stammkräfte, und mit einem kleinen Kader (nur zehn Feldspieler standen zur Verfügung) wollte Bosko Bjelanovic kein Risiko eingehen. „Wenn die Belastung zu hoch wird, steigt die Verletzungsgefahr.“ Also spielte man reguläre 60 Minuten und trennte sich am Ende 38:38 (17:16). Der Coach lobte die Offensive wegen der 38 Treffer, und entschuldigte manche Deckungsprobleme. „Es haben einfach wichtige Leute für den Mittelblock gefehlt.“ Unter dem Strich ist die Mannschaft auf einem guten Weg, und die verbleibende Zeit bis zum Saisonstart am 5. September wird sie intensiv nutzen.

Text: Willy Schweer
Foto: Annika Linke
