Bollwerk Bock: HTV fährt dritten Sieg ein

Hemeraner Verbandsliga-Handballer vergeben gegen Oberaden allerdings auch reihenweise Großchancen

Mit vereinten Kräften wird Luca Jünger von der Oberadener Deckung gestoppt. Häufig waren es aber die Torhüter, die gefährliche Situationen entschärften. Lothar Gudat

Oliver Bergmann


Hemer Der HTV Hemer bleibt neben Bergkamen die einzige Mannschaft in der Handball-Verbandsliga mit makelloser Bilanz. Beim Heimsieg über Oberaden am Samstag zeigte sie erstmals eine Defensivleistung, die ganz nach dem Geschmack ihres Trainers war. 

Handball-Verbandsliga: HTV Hemer – SuS Oberaden 25:21 (12:12). 

Nur 21 Gegentore zugelassen zu haben, spricht bereits für eine starke Verteidigung. Von allen Seiten kam zudem der Hinweis, dass Oberaden in der zweiten Halbzeit nur neun Treffer gestattet wurden. Bei beiden Teams ragten die Torhüter heraus: SuS-Schlussmann Marvin Makus und Dominik Bock im HTV-Tor wehrten jeweils 13 Bälle ab. Als Sieggarant wollte Bock aber nicht gelten. „Natürlich bin ich froh, dass es für mich so gut gelaufen ist. Aber unsere Abwehr stand deutlich besser als zuletzt Daran hat es hauptsächlich gelegen.“

HTV findet nach fünf Gegentoren zu seiner Linie zurück

Starke Torhüterleistungen sprechen eher nicht für die Schützen, die tatsächlich zum Teil kläglich vergaben. Dabei war das, was die Feldspieler zeigten, ebenso aller Ehren wert. Größter Unruhestifter am gegnerischen Kreis war zunächst Luis Gran. Auch Jonas Brieden fiel auf, der das Spiel schnell machte und bis zur 13. Minute selbst traf. Mit 7:4 führte der HTV zu diesem Zeitpunkt und alles sah danach aus, als würden zumindest die Hemeraner Anhänger einen entspannten Abend erleben.

Dann aber sorgten vier zum Teil sehenswert herausgespielte Gegentore am Stück für den ersten nennenswerten Rückstand. Die Gäste praktizierten phasenweise Ein-Kontakt-Handball und lagen nach 18 Minuten sogar 9:7 vorne. Die Antwort des HTV war ebenfalls eine 5:0-Serie, die zum 12:9 nach 23 Minuten führte. Und es war nicht so, dass die Torhüter erst danach zu großer Form aufliefen. Die Tatsache, dass ständig ein Treffer in der Luft lag, machte das Spiel so attraktiv. Die Schützlinge von Bosko Bjelanovic machten zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, als hätten sie die Kontrolle über das Spiel aus der Hand gegeben.

In den 6:42 Minuten bis zur Pause blieb der HTV trotz teilweise doppelter Überzahl ohne Treffer, nach Wiederbeginn gingen die Gäste letztmals in Führung. Das änderte sich zwar schnell, mehr als Zwei-Tore-Vorsprünge waren aber nicht drin. Mitte des zweiten Durchgangs gab es eine gut fünfminütige Phase, in der alles verworfen wurde. Hemer ließ zwei Tore liegen, Oberaden vergab drei Chancen. Elias Lübbering setzte dem Treiben mit dem 19:17 (48.) ein Ende. Nur eine Minute später lagen die Gastgeber bereits mit vier Treffern vorne, und obwohl noch relativ lange zu spielen war, bedeutete dieser Vorsprung die Vorentscheidung.

Text: IKZ, Oliver Bergmann
Foto: Lothar Gudat