HTV erwischt „gebrauchten Tag“

Frauen werden im Oberliga-Heimspiel phasenweise vorgeführt

Oliver Bergmann


Hemer Einen rabenschwarzen Samstag haben die Handballerinnen des HTV Hemer erwischt. Im Oberliga-Heimspiel gegen Mitaufsteiger TSV Hahlen aus Minden stand nach 60 Minuten eine Niederlage mit elf Toren Differenz auf der Anzeigetafel. 

Handball, Frauen-Oberliga: HTV Hemer – TSV Hahlen 23:34 (9:14). 

Nach Plan lief es für den HTV im Prinzip nur in den ersten 90 Sekunden des Spiels. Der erste Angriff der Gäste brachte nichts ein, dann leitete Lucie Hötger einen Tempogegenstoß auf Sarah Remer ein, die sich am Kreis nicht zweimal bitten ließ. Hahlen dagegen scheiterte mit dem zweiten Angriff am Pfosten. Im direkten Gegenzug gab es den ersten Siebenmeter für den HTV. Doch den setzte Natascha Schroth, sonst eine sichere Schützin, links neben das Tor. Exakt dasselbe passierte Laura Hausherr knapp drei Minuten später. Sieben Chancen gab es insgesamt vom Strich, nur drei wurden genutzt. Anstatt 3:1 zu führen, gerieten die Gastgeberinnen kurz darauf in Rückstand. Daran sollte sich auch nichts mehr ändern.

HTV hat mit Problemen in allen Bereichen zu kämpfen

Das Unheil nahm in einem kaum für möglich gehaltenen Tempo seinen Lauf, erst in der achten Minute erzielte Sarah Remer das zweite Hemeraner Tor, während der TSV immer besser in Fahrt kam und allmählich davonzog. „Es haben ein bisschen die Einstellung, aber vor allem die Aggressivität in der Abwehr und vorne die Konsequenz gefehlt, um die Dinger reinzumachen. Es war einfach ein gebrauchter Tag für uns“, sagte Torhüterin Marie Remmert, die sich mit Marie Remer abwechselte, nach der Partie treffend. Den Hahlenerinnen wurde immer eine Lücke geboten, um zum Abschluss zu kommen. Die eigenen Angriffe waren von ungeduldigem Passspiel am Kreis geprägt, weil es kein Durchkommen gab. Die Sache erledigte sich dann häufig durch ein unsauberes Zuspiel, so dass der Ball verloren ging. Kam es dennoch zum Torschuss, blieb der Ball entweder in der Deckung hängen, ging neben den Kasten, oder wurde von Hahlens Torhüterin pariert.

Eine echte Aufholjagd kommt nach der Pause nicht zustande

Angesichts des Fünf-Tore-Rückstandes zur Halbzeit war die Sache im Grohe-Forum gewiss nicht entschieden, aber für eine erfolgreiche Aufholjagd waren die Probleme im Hemeraner Spiel zu komplex. Durch einen Doppelschlag von Laura Hausherr und Sarah Remer kam der HTV noch mal auf drei Treffer heran, zehn Minuten später nach Wiederbeginn war der Rückstand bereits doppelt so groß (12:18, 40.), und nur weitere acht Minuten vergingen bis zum ersten Zehn-Tore-Rückstand. Eine derartige Abfuhr hat es für die HTV-Frauen nicht gegeben, seit die goldene Generation um Marie Remmert, Natascha Schroth und die Remer-Schwestern Ende der 2010er Jahre im Seniorenbereich mitmischen – und ihn in der Regel aufmischen.

Text: IKZ, Oliver Bergmann
Foto: Lothar Gudat

Kaum ein Durchkommen gab es für die Oberliga-Damen des HTV Hemer im Heimspiel gegen den TSV Hahlen. Unter dem Strich stand eine enttäuschende 23:34-Niederlage auf der Anzeigetafel. Lothar Gudat