HTV Hemer steht XXL-Samstag ins Haus
Ab 14 Uhr werden drei Spiele bestritten. Im Anschluss wollen Verantwortliche und Fans einen Grund zum Feiern haben
Oliver Bergmann
Hemer Die heimischen Handballer freuen sich auf das Ende der zweiwöchigen Herbstferien-Pause. Mit Wiederaufnahme des Punktspielbetriebs steht dem HTV Hemer umgehend ein „Super-Samstag“ ins Haus. „Davon sprechen wir grundsätzlich, wenn unsere drei Senioren-Teams hintereinander ihre Heimspiele austragen“, erklärt der Vereinsvorsitzende Gordon Brehl. Auf dem Programm steht um 14 Uhr das Bezirksligaspiel der zweiten Herren gegen die VTS Freier Grund, gefolgt vom Frauen-Oberligaspiel gegen die TG Hörste (16.30 Uhr) und dem Auftritt der Verbandsliga-Herren gegen den SuS Oberaden um 19 Uhr.
Diesmal bietet sich eigentlich an, den „Super-Samstag“ noch mit einem Sternchen zu versehen, denn bei den drei Partien bleibt es nicht. Im Anschluss an das Verbandsligaspiel steigt ab 20.30 Uhr im weiß-blau geschmückten Foyer des Grohe-Forums das HTV-Oktoberfest „für Angehörige und Freunde unseres Vereins“, wie Brehl erläutert.
Für die gute Stimmung bedient sich der HTV beim LTV
Für Musik sorgt Egbert Wunderlich, der eigentlich ein alteingesessener LTV-Handballer ist. „Aber wir Handballer sind doch im Prinzip eine große Familie“, freut sich Brehl über die Unterstützung aus Letmathe. Ebenfalls nicht alltäglich: Es werden in der Halbzeitpause des Verbandsligaspiels die Gewinner zweier Aktionen am HTV-Stand während der Hemeraner Herbsttage ermittelt. Zum einen haben sich viele Besucher darin versucht, mit möglichst konstanter Geschwindigkeit den Handball zu werfen. Eher an die Jugend richtete sich der Aufruf, als HTV-Anhänger gekleidet zum Stand zu kommen und sich für ein weiteres Gewinnspiel einzutragen. Am Samstag entscheidet sich, wer dafür einen Preis erhält.
Bei derart viel Programm gerät fast in den Hintergrund, dass auch noch wichtige Spiele bestritten werden. In besonderem Maße gilt das für die Bezirksliga-Männer, die ihr erstes und bislang einziges Saisonspiel vor sage und schreibe fünf Wochen gegen die Selbecker TS 21:37 verloren haben. Trainer Volker Isenberg war damals entsetzt, weil sich seine Spieler in einem körperlich ziemlich dürftigen Zustand über das Feld schleppten. Er kündigte an, die eigentliche Saisonvorbereitung in der langen Pause nachzuholen. „Das ist so gewesen, und ich kann sagen, dass die Jungs in den letzten Wochen wirklich gut gearbeitet haben“, lobt er. Im Team gibt es nur eine Änderung: Anstelle von Jan Stegemann stößt Luis Ecker aus der A-Jugend dazu.
Von einer Pause, die ganz nach seinem Geschmack verlief, möchte Frauen-Trainer Florian Müller nicht sprechen. „Wir haben gearbeitet, so gut es eben geht, wenn immer wieder Spielerinnen im Urlaub sind.“ Einen Test hat es gegen die eigene A-Jugend auch gegeben, ansonsten zählt Müller vor allem darauf, gegen die Kontrahentinnen aus Halle aus dem Vollen schöpfen zu können – entgegen vorheriger Ankündigungen aber noch nicht wieder mit Johanna Becker.
Johanna Beckers Rückkehr verzögert sich
Sie selbst hatte Ende September ihre Rückkehr für dieses Wochenende unter Berufung auf das grüne Licht ihrer Ärzte und Physiotherapeuten angekündigt – nun also die Rolle Rückwärts. „Wir lassen es bei Johanna ruhig angehen. Im Training ist sie zwar schon wieder voll dabei, aber ich denke auch, dass es nach einer neunmonatigen Pause nicht auf eine oder zwei Wochen ankommt“, erklärt Müller. Mit Hörste kommt ein Team, das ihm durchaus imponiert: „Die sind sehr unbequem, weil sie mit einer ungewöhnlich offensiven Deckung spielen.“
Würde die Tabelle der Männer-Verbandsliga nach dem Punkte-Quotienten berechnet werden, wäre der HTV Spitzenreiter. Trainer Bosko Bjelanovic sah bislang zwei Meisterschaftsspiele seines Teams, beide wurden knapp gewonnen. Niemand sonst weist eine makellose Bilanz auf. Dass der bislang letzte Auftritt schon rund vier Wochen zurückliegt, schmeckt ihm gar nicht. „Man verliert seinen Rhythmus. An unseren Ergebnissen hat man ja schon gesehen, dass es überhaupt schwierig war, ihn zu finden. Und vieles stellt sich erst durch einen geregelten Spielrhythmus ein.“ Dazu gehört zweifelsfrei ein gutes Defensivverhalten. 37 Mal kam die TG Voerde zuletzt gegen den HTV zum Torerfolg. Natürlich hat Bjelanovic daran in der langen Spielpause gearbeitet, aber es fand sich kein Gegner für ein Testspiel. „Und man muss Spiele bestreiten, um zu sehen, ob das, was wir trainieren, auch funktioniert.“
Der HTV Hemer und der SuS Oberaden haben sich vor gut zwei Monaten schon einmal in einem Testspiel beschnuppert. Nach 11:15-Halbzeitrückstand setzte sich der HTV 29:26 durch, aber darauf gibt Bjenanovic jetzt nicht mehr viel. „Die waren damals längst nicht komplett. Aber wir wissen auch so, dass eine große, aggressive Mannschaft zu uns kommt, die den schnellen Gegenstoß liebt.“
Noch keine Gedanken hat sich Bosko Bjelanovic darüber gemacht, wie seine Mannschaft auftreten muss, damit sich die Spieler anschließend auf dem Oktoberfest vergnügen dürfen.
Text: IKZ, Oliver Bergmann
Foto: Lothar Gudat

