Michael Schriever und die akribische Arbeit bei der Terminplanung
Auf der HTV-Homepage bedarf es nur weniger Klicks, um zu erfahren, welche Mannschaft wann in welcher Halle ihr Spiel austrägt. Ein detaillierter Terminplan gibt Auskunft über alle Saisoneinsätze der 16 Mannschaften unseres Vereins, doch ehe dieser Plan steht, ist eine Menge Arbeit zu erledigen. In diesem Jahr sogar noch mehr als sonst. Michael Schriever ist der Mann im Hintergrund, der die Regie bei der Erstellung des Terminkalenders führt. Und er musste die Einführung von “Handball360”, der bundesweit einheitlichen Verbandsmanagementsoftware, berücksichtigen. “Einige Kinderkrankheiten gab es, so dass der Plan erst Mitte August wirklich fertig war”, berichtet der 61-Jährige von etlichen Zusatzschichten. Seit sieben Jahren widmet er sich dieser Aufgabe beim HTV, und dass seine Handballleidenschaft (“begonnen habe ich mit 14 beim HSV Hemer”) in dieser Form der Vereinsarbeit mündete, hatte auch damit zu tun, dass nach Ute Krauses Tod viele Aufgaben neu verteilt werden mussten. Michael Schriever stieg bei der Terminplanung ein und hatte damals noch keine Vorstellung davon, wieviel Arbeit dahinter steckt.
Anfang Juli legt er in der Regel los, wenn die Ligenpläne der Seniorenmannschaften vorliegen. “Bei uns beginnen ich mit der ersten Herren und der ersten Damen, versuche natürlich, möglichst viele Super-Samstage hinzubekommen, und platziere dann die anderen Heimspiele eines Wochenendes drumherum.” Und dabei ist viel zu berücksichtigen. So soll beispielsweise ermöglicht werden, dass A-Jugendliche auch einen Einsatz in einer Seniorenmannschaft bestreiten können, Überschneidungen sind also zu vermeiden. Andere Probleme betreffen die Trainer: “Wenn ein Jugendtrainer in einer Seniorenmannschaft spielt, muss ich natürlich versuchen, dass er das zeitlich hinbekommt.” Ebenso ist zu berücksichtigen, wenn ein Trainer zwei Mannschaften trainiert, auch da soll es möglichst keine Terminkollisionen geben.
Wenn Michael Schriever nun auf den fertigen Plan schaut, dann spricht er von “40 bis 50 Arbeitsstunden”, die er in diesem Sommer investieren musste. Aber angesichts der Nachtschichten, die er am Rande erwähnt, dürften es wohl etliche mehr gewesen sein.
Sobald die Saison begonnen hat, kann er sich aber keineswegs entspannt zurücklehnen. Stichwort: Spielverlegungen. “Vor allem in der Jugend sind die an der Tagesordnung”, verweist er auf kleine Kader , in denen einige Ausfälle die Spielfähigkeit zunichte machen. “Wenn ein Trainer beim Donnerstagstraining nur fünf Leute um sich hat, muss er natürlich reagieren.” Generell soll es beim HTV so gehalten werden, dass beim Thema Verlegung zunächst der Trainer mit dem Kollegen des anderen Vereins Kontakt aufnimmt, um sich über einen möglichen neuen Termin zu verständigen. Erst dann tritt Michael Schriever in Aktion und nimmt die Korrektur vor.
In diesem Jahr ist er wegen der anfänglichen Probleme mit “Handball 360” besonders froh, die Arbeit erledigt zu haben. Und hofft, dass die Kinderkrankheiten bald überwunden sind und er zur nächsten Saison wieder zur gewohnten Routine zurückfinden kann.

Text: Willy Schweer
Foto: HTV
