TG Hörste entführt Punkte aus dem Grohe-Forum
HTV-Frauen stemmen sich am Ende vergeblich gegen die zweite Heimniederlage in Folge

Oliver Bergmann
Hemer Der HTV Hemer muss die zweite Niederlage in Folge verdauen. Wieder unterlag das Team von Florian Müller vor heimischem Publikum, mit dem schwachen Spiel gegen den TSV Hahlen vor drei Wochen hatte der jüngste Auftritt aber nicht viel gemeinsam.
Handball, Frauen-Oberliga: HTV Hemer – TG Hörste 26:29 (11:13).
Zu den wenigen Parallelen gehörte, dass die Gäste überwiegend in Führung lagen. Davon ließen sich die Hemeranerinnen aber nicht beeindrucken. Aus einem 3:6-Rückstand in der elften Spielminute wurde bis zur 16. Minute ein 6:6. Zweimal leuchte kurz darauf sogar eine knappe Führung (8:7 und 9:8) auf der Anzeigetafel auf. Drei Pfostentreffer, von denen zwei aus sieben Metern zustande kamen, verhinderten eine noch bessere Ausgangslage des HTV. Allerdings nutzte auch die Hemeraner Torhüterin Sarah Remer zahlreiche Gelegenheiten, um sich auszuzeichnen. Der überschaubare Rückstand zur Halbzeit ließ niemanden im Grohe-Forum nervös oder überheblich werden – alles schien möglich gegen die Ostwestfälinnen, die 2022 in die Oberliga aufgestiegen sind und dort zuletzt souverän den Klassenerhalt geschafft hatten.
Zum Vergessen waren aber die drei Minuten nach Wiederbeginn, in denen sich die Gäste mit einer 4:0-Torfolge erstmals spürbar absetzten. Der Rückstand aus heimischer Sicht war damit zementiert und wuchs bis auf acht Tore in der Spitze an (19:27, 48.). Dieser Zwischenstand nahm durchaus Hahlener Dimensionen an, aber die Fehlerquote im HTV-Spiel war erheblich niedriger. Nur die von Florian Müller erhoffte Kaltschnäuzigkeit stellte sich nicht ein – ein Hauptgrund für den Rückstand.
TG-Torhüterin im Blickpunkt
Mit einem Pass auf die frei stehende Nele Schaefer überbrückte Marie Remer das gesamte Spielfeld, Schaefer hatte dann auch nur noch die Hörster Torhüterin Lisa Kaiser vor sich, die aber nicht nur in diesem Duell Siegerin blieb. Sie entwickelte sich immer mehr zu einer Spielerin dieses Spiels, weil die Kräfte ihrer Vorderleute nachließen. Etliche Bälle gingen über oder neben das Tor.
Ganz anders die Hemeranerinnen: Deren Antwort auf den Acht-Tore-Rückstand war eine 6:0-Serie, so dass der uneinholbar scheinende Rückstand bis zur 56. Minute auf zwei Treffer schrumpfte. Mit einem Tor war auch Marie Remer an dieser Aufholjagd beteiligt. Die TG verstärkte daraufhin die Deckung, in der wichtigsten Phase des Spiels gab es für Hemer aber kein Durchkommen mehr.
Text: IKZ, Oliver Bergmann
Foto: Lothar Gudat
